Expeditionen in die Tiefe der Erinnerung - Walter Benjamins Berliner Kindheit um Neunzehnhundert

Walter Benjamin (1892–1940), einer der bedeutendsten Denker der Moderne, hat seine biografischen Wurzeln im Berlin der Gründerzeit des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Seine Familie gehörte in etwa der gleichen gesellschaftlichen Schicht an wie die letzten Privatbesitzer von Schloss Britz. Familie Wrede unterhielt neben einem Stadthaus in unmittelbarere Nähe zum Reichstag das Britzer Herrenhaus als Sommersitz.

Das 1880 umgebaute Schloss Britz mit seiner kunstgewerblichen Ausstattung um 1880/1900 entspricht im Allgemeinen dem von Benjamin in seiner Textsammlung „Berliner Kindheit um Neunzehnhundert“ beschriebenen Lebensumfeld seiner Eltern und Großeltern. In den musealen Räumen zur „Repräsentativen Wohnkultur der Gründerzeit“ werden als Teil der Sonderausstellung Texte von Walter Benjamins „Berliner Kindheit“ inszeniert. Im Angesicht der historistischen Ausstattung korrespondieren Objekte aus der eigenen Sammlung und Leihgaben mit dreizehn ausgewählten Kapiteln der „Berliner Kindheit“, die über einen Audioguide erlebbar werden.

So wie Benjamin in seiner „Berliner Kindheit“ auf eine vergangene Epoche zurückblickte, nähern sich in den eigentlichen Sonderausstellungsräumen sieben zeitgenössische künstlerische Positionen dem Historismus, der Person Walter Benjamins und seinem Werk. Die Kunstwerke treten dabei in einen Dialog mit Texten, Autographen und Manuskripten aus dem Walter Benjamin Archiv Berlin der Akademie der Künste. Dabei stehen Walter Benjamin, die Zeit seiner Kindheit und seine eigene Form der Rückschau in der „Berliner Kindheit“ im Zentrum und bilden den Ausgangspunkt für einen intensiven Dialog mit zeitgenössischen Künstler:innen.

Beteiligte: Birgit Auf der Lauer & Caspar Pauli, Matthias Beckmann, Eddie Bonesire, Anne Brannys, Barbara Duisberg, Katharina Kamph & Sabrina Schieke, Nihad Nino Pušija.

Zeit:

24. September 2022, 12:00 – 30. Dezember 2022, 18:00 Uhr

Ort:

Schloss Britz
Alt-Britz 73
12359 Berlin